BIG DATA

Daten sind der Treibstoff und das Schmiermittel der vernetzten Wirtschaft. Ohne sie geht fast gar nichts mehr. Wir alle speisen den Ozean der Daten mit jedem Klick, jedem Einkauf, jedem Griff zur Bonuskarte oder der Eingabe auf dem Navigationsgerät. Viele der Daten, die die moderne Internetwirtschaft am Laufen halten, sind keineswegs nur binäre Informationen wie die Messdaten eines Schalters am Fließband oder eines Strichcodes auf einem Päckchen. Es sind Meinungen, Urteile, Klatsch und Tratsch. Marketingchefs wollen wissen, was rund um die Uhr im Netz über ihre Marke gepostet wird. Kunden erwarten, dass ihre Hilferufe und Beschwerden prompt wahrgenommen und beantwortet werden. Personalchefs benutzen Software, um soziale Medien nach Kandidaten zu durchkämmen, und sie verlassen sich ebenso immer mehr auf Software, um Bewerber herauszufiltern. Leser erwarten, dass die App ihrer Zeitung oder ihres Senders weiß, welche Themen sie schätzen – und Medienunternehmen wollen ihrerseits Inhalte und die rundherum platzierte Werbung möglichst auf jeden einzelnen Kunden zuschneiden.
Der Server am anderen Ende der Verbindung weiß, wann wer welches Paar Schuhe angeschaut, in den Warenkorb gelegt, aber dann doch nicht bestellt hat. Wer eben noch auf einer Reise-Webseite nach Flügen in die Türkei gesucht hat, darf erwarten, bei den unmittelbar folgenden Stationen im Web Anzeigen für Pauschalurlaube in Antalya oder besonders preiswerte Flüge serviert zu bekommen. Rechenzentren haben hinter den Kulissen in Sekundenbruchteilen den individuellen Nutzer erkannt, sein Surfverhalten analysiert und dem meistbietenden Anzeigenkunden Werbeflächen verkauft, die wie von Zauberhand auf der Startseite der Tageszeitung des Nutzers auftauchen.

Auch durch die Offline-Welt fließen sichtbare wie unsichtbare Datenströme, von denen die meisten nichts wissen. Ein Mitglied checkt sich im Fitness-Studio mit einer Chipkarte ein, und das Laufband oder der Crosstrainer kennt sein Stresslevel. Die Geräte wissen unter Umständen, dass er seit Freitag keinen Sport mehr getrieben hat. Die Rabattmarke für ein neues Waschmittel, die die Kassiererin einscannt, findet ihren Weg zum Rechenzentrum des Grossisten, der damit seine morgige Lieferung anpassen kann. Der Container, der gerade im Hafen auf einen Güterzug umgeladen wird, hat sich mit einem Funksensor schon mehrfach an- und wieder abgemeldet, sodass das Unternehmensplanungs-System hunderte Kilometer entfernt bereits die Bauteile, die in ihm verstaut sind, einer Schicht zuweisen kann. Datenströme treiben so inzwischen fast alle Lebensbereiche an und erlauben eine bislang ungeahnte Verfolgung einzelner Güter und jedes einzelnen Verbrauchers, obwohl diese Vorgänge den meisten Menschen ebenso verborgen bleiben wie die genaue Funktionsweise des Mobilfunknetzes.

Die Liste der Datensätze, die heute gesammelt werden, ist lang:

  •     Finanzielle Transaktionen
  •     Einkäufe, online wie offline
  •     Web-Protokolle aus einem Browser oder einer mobilen App
  •     Verbindungsdaten von SMS und Telefonaten
  •     Standortdaten von vernetzten Geräten, vom Smartphone bis zur Digitalkamera
  •     Verkehrsdaten aus einem Navigationsgerät, einem Fahrzeug oder in der Straße eingebetteten Sensoren und Mautstationen
  •     Sensordaten aus ganzen Fertigungsstraßen oder Warenlagern, von Containern und einzelnem Stückgut
  •     Biometrische und Vitaldaten vom Fitness-Studio bis zum Krankenhaus
  •     Einträge in sozialen Medien
  •     Video- und Tondateien


Wie fügen sich viele kleine Datenpunkte zum großen Ganzen? Wie lassen sich aus Unmengen an Daten Informationen und vor allem Bedeutung destillieren?

Big Data dreht sich indes nicht um die schiere Menge an Daten, in denen wir alle zu ertrinken drohen, sondern um gezielt herausgefilterte und auf individuelle Bedürfnisse angepasste Rinnsale. Big Data ist insofern weniger eine Zustandsbeschreibung für Experten der Exponentialrechnung als vielmehr eineVision für das datengestützte Leben im 21. Jahrhundert. Big Data und die darunter subsumierten Technologien sollen das Chaos kanalisieren, Sinn stiften, Fragen beantworten und letztlich Verbrauchern, Unternehmen und Behörden bei der Entscheidungsfindung helfen. Big Data, richtig umgesetzt, kann alle möglichen Aspekte unseres Lebens effektiver und effizienter machen – von Konsum und Kommerz über Unterhaltung bis zu Forschung, Wissenschaft und Bildung.

 (QUELLE: Digitalkompakt #06 lfm)

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit in einem Workshop herauszufinden ob und wie Sie BIG DATA in Ihrem Unternehmen einsetzen können und welcher Mehrwert Sie dadurch für sich und Ihre Kunden erzeugen lässt.